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Unendliche Geschichte Transrapid

Die Historie des High-Tech-Dinosauriers


Bereits seit über 30 Jahren spukt die Idee einer magnetbetriebenen Bahn in deutschen Erfinderköpfen herum. Die erste kommerzielle Anwendung sollte 1994 auf der Strecke Hamburg-Berlin erfolgen. Im Jahr 2000 wurde diese Strecke offiziell für nicht wirtschaftlich und damit gescheitert erklärt.

Die Bundesregierung entschloß sich nach der Expo 2000, das Projekt erneut aufzugreifen und forderte die Länder auf, Alternativstrecken zu benennen. Neben Nordrhein-Westfalen bewarb sich Bayern um den Transrapid als dritte Anbindung an den Münchner Flughafen.

Nach unrealistischen Kalkulationen und widersprüchlichen Zahlen in Raumordnungsverfahren und Machbarkeitsstudie, veraltetem Kartenmaterial, das der Öffentlichkeit vorgelegt wurde und der klaren Ablehnung der "Bonzenschleuder" Transrapid durch die Bevölkerung sprach sich auch der Münchner Stadtrat am 20.02.02 im Rahmen des Raumordnungsverfahrens (ROV) gegen den Transrapid aus.

Trotz der unverändert negativen Position von Stadtrat und Münchner Stadt- und Landkreisbürgern hält Verkehrsminister Wiesheu an einem Projekt fest, dem von Experten höchsten fachlichen Ranges sowohl Wirtschaftlichkeit als auch verkehrspolitische Sinnhaftigkeit abgesprochen wurden. Die bayerische Landesregierung sieht im Magnetzug die beste Lösung der Verkehrsprobleme im Raum München; nebenbei soll er für den High-Tech-Standort München werben. Die Bundesregierung möchte ein deutsches Projekt aus industriepolitischen Gründen verwirklicht sehen.

Die Finanzierung ist bei weitem nicht gesichert; private Investoren gibt es nicht und auch die Deutsche Bahn stünde lediglich als Betreiber der Strecke, nicht aber als Investor, zur Verfügung. Weder die Finanzmisere noch die negative Entwicklung in China oder der vernünftige Ausstieg des Landes NRW aus dem Projekt können das Bundesverkehrsministerium und die bayerische Staatsregierung bisher dazu bewegen, den Transrapid aufzugeben.

Wir, die auf dieser Seite vertretenen Organisationen, halten das Projekt für verkehrspolitisch, ökonomisch und ökologisch verfehlt. Die Organisationen Bund Naturschutz, Pro Bahn, VCD und Green City gehen davon aus, dass Investition und Betrieb der Magnetbahn ein großes Loch in die Etats des Öffentlichen Nahverkehrs reißen werden. Dringend notwendige Maßnahmen wie der Ausbau der S-Bahn werden dabei auf der Strecke bleiben. Die bislang von der Staatsregierung angekündigten Verbesserungen bei der S-Bahn halten wir für ineffizient bzw. nicht ausreichend. Wir setzen uns ein für mehr Zuverlässigkeit, Fahrgastservice und den 10-Minuten-Takt bei der S-Bahn für täglich 700.000 Münchner Fahrgäste. Ausserhalb der Ballungsräume wünschen wir uns ein besseres Netz des öffentlichen Schienenpersonenverkehrs.

Neben Aktionen, Infoveranstaltungen und Presseterminen betreiben wir intensive politische Arbeit. Wir werden auch weiterhin das Geschehen kritisch begleiten. Dabei freuen wir uns über jede Form der Unterstützung. Wer etwas tun möchte - einfach Kontakt zu uns aufnehmen!

Bund Naturschutz - Kreisgruppe München | Pettenkoferstr.10a | 80336 München | fon: 089-515676-61 | info@bn-muenchen.de