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29.01.2007

Hat der Transrapid auf dem Weltmarkt eine Chance?

Studie des Bund Naturschutz

Studie als PDF-Datei (417 kb)

Die Studie überprüft die möglichen Weltmärkte für das Transrapidsystem und erörtert die von seinen Befürwortern zitierten möglichen Anwendungsfälle.

Höchsten 2 Fälle sind weltweit denkbar, in denen sich sehr reiche Investoren für den Transrapid erwärmen und die Milliarden bereitstellen, die diese Technologie benötigt. Schnelle Nahverkehrsmittel sind auf den Kurzstrecken fast genauso schnell und gut 3-8 mal so billig. Im Fernverkehr ergeben Strecken unter 10 Milliarden Euros keinen Sinn, denn erst dann könnte die höhere Spitzengeschwindigkeit sich in kürzeren Reisezeiten niederschlagen.

Wichtige Ergebnisse:

  • Das System konkurriert nicht mit Autos und Flugzeugen sondern mit den Hochgeschwindigkeitsbahnen, wie sie in einer Reihe von Industrieländern seit ca. 20 Jahren gebaut werden.


  • Der Transrapid ist nicht geeignet für den Güterverkehr


  • In Ländern der dritten Welt sind in den nächsten überschaubaren 10 Jahren die notwendigen Geldmittel nicht vorhanden.


  • In den Schwellenländern werden die Prioritäten auf den Ausbau der vorhandenen Schienennetze und deren Ertüchtigung zu höheren Geschwindigkeiten gelegt.


  • In den Industrieländern werden Länder, die in die teuren Hochgeschwindigkeitszüge investiert haben, keine Mittel für ein System bereitstellen, das mit den anderen nicht kompatibel ist. Die Hochgeschwindigkeitsstrecken werden von allen Arten von Zügen genützt. Bei Transrapidbahnen ist das technisch ausgechlossen. In den meisten Ländern, die in der Folge der Thatcher-Liberalisierungen die Bahnstrukturen radikal änderten, sind die Schäden des Investitionsstaus übergroß. Dort müssen alle Kräfte auf ihre Reparatur konzentriert werden. Gelder für das teuerste Premium-Bahnsystem sind dort kaum zu mobilisieren .


  • Selbst in Ländern mit sehr hohen Einnahmen aus Ölverkäufen werden Verkehrsinfrastrukturen zusehend rational geplant. So bauen derzeit Venezuela und Saudiarabien im größeren Umfang wieder Eisenbahnen.

Zukunftsmarkt deutsche Verkehrsgüterindustrie

Die deutschen Schienenindustrie gehört zu den am besten positionierten auf den Weltmärkten. Ihre Chancen liegen auf den Bereichen Stadtbahnen und robuste Premiumzüge.

Beispiele sind der große Bereich "Stadtbahnen". Selbst in Japan mit seiner hochentwickelten Bahntechnologie verkehren deutscheStadtbahnen. Deutschland verfügt mit seinen anerkannt guten Nahverkehrsnetzen über rund 50 hervorragende Referenzanlagen. Ihre Leistungsfähigkeit ist spätestens seit der Fußball-WM einem weltweiten Publikum wohlbekannt Weltweit haben rund 150 Milionenstädte keinerlei Schienennahverkehr. Von den zur Zeit 80 chinesischen Millionenstädten verfügen lediglich acht über U-Bahnen.

In Entwicklung befindet sich das neue Segment "robuste Premiumzüge" für Schwellenländer. Es schließt die Lücke zwischen Regionalzügen und der ICE-Klasse. Ein geringerer Energieverbrauch des Transportsektors durch effiziente Schienensysteme unterstützt zusätzlich die Klimapolitik der Bundesregierung.

Hier könnte die Bundesregierung ihre außenwirtschaftlichen Aktivitäten inten-sivieren und auf die Weltbank und die Diskussion in den G-8 Ländern einwirken. Deutschland könnte mit seiner Gastgeberrolle beim diesjährigen G-8 Gipfel ein positiveres Investitionsklima für Schienensysteme in Ballungsräumen initieren.

Klicken sie hier, um die Studie herunterzuladen. (417 kb)

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